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Leitbild und Arbeitsansatz

Unser Name „Natürliches Erleben“ bezeichnet unseren Arbeitsansatz und wird durch unser Leitbild untersetzt. Begriffe, wie Authentizität, Realitätsbezogenheit, Naturverbundenheit, Selbstwahrnehmung, Selbsterkenntnis und Selbstvertrauen stehen dabei für die Natürlichkeit des Erlebens.

Wir orientieren uns am humanistischen Weltbild und vertreten den Inklusionsgedanken, der vom Wert jedes Menschen für die Gemeinschaft ausgeht. Jedem Menschen begegnen wir mit Wertschätzung und Aufrichtigkeit. Ehrlichkeit, Vertrauen, Offenheit und Transparenz sind Grundlagen unserer Arbeit. Der Grundgedanke des Empowerment bestimmt unser sozialpädagogisches und therapeutisches Vorgehen. Demzufolge stehen Selbstbestimmung und Hilfe zur Selbsthilfe im Mittelpunkt der gemeinsamen Arbeit.

Wir verbinden Erfahrung in der Natur mit fundiertem pädagogischen, psychologischen und therapeutischen Fachwissen und legen Wert auf die Prozessgestaltung. Mit einem Netzwerk aus erfahrenen Sozialpädagog_innen, Erzieher_innen z. T. mit heilpädagogischer Zusatzqualifikation, Therapeut_innen, Psycholog_innen und medizinischen Fachkräften erfasst die Arbeit in unseren Angeboten die meisten Bereiche der Persönlichkeitsentwicklung. Einzelfallbezogene enge Kooperationen mit Jugendgerichtshilfe, Jugendrichter_innen, Erziehungs-, Drogen- und Schwangerenberatungsstellen unterstützen unsere Arbeit.

Alle unsere Angebote sind individuell zugeschnitten, werden mit Hilfe der Methode der „Persönlichen Zukunftsplanung“ (Empowerment) professionell geplant und konzipiert, fachkompetent vor- und nachbereitet sowie verantwortungsbewusst und sicher durchgeführt.

Insbesondere unsere stationären Angebote sind durch die Orientierung am verhaltenstherapeutischen Arbeiten gekennzeichnet. Wir vermeiden möglichst negative Sanktionen und arbeiten stattdessen mit positiven Verstärkersystemen. Ausgangspunkt dafür sind die Vorstellungen des jungen Menschen für sein Leben. Wo und wie möchte er leben, welche Perspektive hat er für sich selbst. Wir nehmen diese Wünsche ernst und bauen unsere weitere gemeinsame Arbeit darauf auf. Wir setzen auf Beziehungen als Grundlage der gemeinsamen Arbeit und lehnen freiheitsentziehende Maßnahmen (GU) ab.

Uns erscheint dieser Ansatz prädestiniert dafür, wirksame und nachhaltige Entwicklungsergebnisse erzielen zu können. Allerdings brauchen wir dazu ausreichend Zeit. Strukturen, die im ganzen bisherigen Leben erlernt und verfestigt wurden, können nicht innerhalb kürzester Zeit durchbrochen und verändert werden. Das erfordert Geduld, Aushalten von Rückschlägen, Verständnis, laufende Reflexion und Motivation – bei den Kindern und Jugendlichen wie im Mitarbeiterteam.

Die Erlebnispädagogik ist in unseren Augen Praxis und Theorie der Begleitung von Lernprozessen mit handlungsorientierten Methoden. Sie fördert den Menschen in seiner Sozial- und Selbstkompetenz. Dies tut sie vor allem über: primäre, sinnliche Erfahrungen, das Lernen durch Handeln, die Kraft der Metaphern und direkte Reflexion. Sie setzt die Forderungen nach Ganzheitlichkeit, Naturverbundenheit und Praxisbezug, Menschennähe und Gesellschaftsfähigkeit in der Praxis um. Wir sehen das „Erlebnis“ als einen ganzheitlichen Akt, der Körper, Seele, Bewusstsein und Emotionen anspricht. Wir nutzen also Erfahrungen, um die Persönlichkeit und speziell soziale Kompetenzen zu entwickeln.